Jahresrückblick 2010
Mit Abschluss des Herbstdurchganges 2009 lag der ASKÖ Kohfidisch nach einer ziemlich durchwachsenen Saison nur an 14. Stelle der Burgenlandliga. Diese Platzierung hätte zwar am Ende der Meisterschaft, wie sich schließlich herausstellen sollte, zum Ligaerhalt gereicht, da aus der Regionalliga Ost kein burgenländischer Verein absteigen musste. Doch darauf konnte man am Beginn der Frühjahrsmeisterschaft 2010 weder hoffen noch damit spekulieren. Die Devise lautete, sich mit guten Leistungen möglichst rasch aus den unteren Regionen der Tabelle zu verabschieden. Zur leichteren Realisierung dieses sportlichen Zieles wurde in der Winterübertrittszeit Nikica Srpak aus Güssing nach Kohfidisch geholt, der torgefährliche kroatische Stürmer sollte für mehr Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse und die nötigen Tore sorgen. Mit ihm wechselte auch ein guter alter Bekannter zurück nach Kohfidisch: Ingmar Spendier war ab sofort wieder der starke Mann auf der Trainerbank. Während Gerd Pal (in Richtung Güssing) und Christoph Herics (in Richtung Wiesen) dem Verein den Rücken kehrten, stieß auch Ronnie Schwarz aus Welgersdorf wieder zum ASK Kohfidisch.
Knapp vor Beginn des Frühjahrsdurchgangs fand am 26. Feber im Gasthaus Landauer die ordentliche Generalversammlung statt. Dabei wurde der Vorstand rund um Obmann Walter Landauer wiedergewählt und um einige weitere helfende Hände erweitert. Und dann sollte es auf dem (leider noch nicht wirklich) grünen Rasen losgehen. Doch das erste Spiel (auswärts in Neudörfl) musste wegen Unbenutzbarkeit des Platzes abgesagt, das zweite in Oberwart um einige Tage verschoben werden. Schließlich konnte das Auswärtsspiel in Oberwart aber doch stattfinden. Allerdings begann das Jahr 2010 für den ASKÖ Kohfidisch eher unglücklich: Nach einer schweren Kreuzbandverletzung hatte einer der viel versprechenden Jungen, Marcel Wölfer, schon vor Anpfiff w.o. geben müssen, und auch das Match in der Bezirkshauptstadt nahm einen äußerst unglücklichen Verlauf: Helmut Plank schied schon in der Anfangsphase verletzt aus, er hatte sich eine Schulter ausgerenkt. Und schon nach sechs Spielminuten wurde Torhüter Rene Wagner wegen Torraubs des Feldes verwiesen, aus dem für sein Foul verhängten Strafstoß erzielte Oberwart das 1:0. In Unterzahl hatte Kohfidisch dann keine Chance und verlor 0:2. Unbelehrbare Pessimisten behaupteten nach diesem ersten Bewerbspiel im neuen Jahr, man habe einen Fixabsteiger bei der Arbeit gesehen.
Bereits wenige Tage und ein Südderby später sah die Welt schon wieder deutlich freundlicher aus. Zwar verlor Kohfidisch im Heimspiel gegen Stinatz eine weitere große Nachwuchshoffnung, Rene Stubits, durch eine schwere Knöchelverletzung, das Spiel konnte aber 2:0 gewonnen werden. Rene Nebl und Philipp Schuch trafen jeweils in der Schlussphase der beiden Halbzeiten, der Sieg war auch in diesem Ausmaß hoch verdient.
Beim Auswärtsspiel gegen die heimstarken Klingenbacher gerieten die Spendier-Mannen rasch in Rückstand. Bei widrigen äußeren Bedingungen führte die Heimmannschaft nach 20 Minuten bereits mit 2:0. Doch Kohfidisch bewies Moral, und durch Tore von Nikica Srpak noch vor der Pause und Rene Nebl nach Seitenwechsel konnte zumindest ein Punkt nach Hause mitgenommen werden. Damit hatte sich Kohfidisch bereits um zwei Plätze nach vorne geschoben – andrerseits war der Abstand zum Tabellenende von zehn auf vier Punkte geschrumpft, weil das abgeschlagene Schlusslicht Güssing plötzlich groß aufspielte und von Sieg zu Sieg eilte. Überhaupt schob sich in der hinteren Hälfte der Tabelle alles derartig zusammen, dass die Überlebensfrage bis zum Schluss spannend bleiben musste.
Am Osterwochenende gelang dann aber fast schon so etwas wie die fußballerische Auferstehung des ASKÖ Kohfidisch. Auch das 2. Heimspiel im Frühjahr, diesmal gegen Schattendorf, wurde mit 2:0 gewonnen. Nach guter Anfangsphase und dem schnellen 1:0 durch Rene Nebl in der 12. Minute verlor Kohfidisch zwar ein wenig die Kontrolle über das Spiel, mit schöner Einzelaktion machte Joachim Moricz aber erneut 12 Minuten nach dem Wechsel mit einem weiteren Treffer alles klar.
Und nur zwei Tage später, am Ostermontag, fand das Nachtragsspiel in Neudörfl statt. Ein Doppelpack von Neuerwerbung Nikica Srpak brachte nach herausragender kämpferischer Leistung den ersten vollen Erfolg in der Fremde und mit einem Schlag die Verdoppelung der bisher erzielten Auswärtspunkte. Mit einem Mal lag Kohfidisch an 7. Stelle, also im guten Mittelfeld, und schien aller Sorgen ledig.
In Runde 21 bekam der vermeintliche Höhenflug aber bereits wieder einen gehörigen Dämpfer. In Horitschon musste man nämlich eine mehr als vermeidbare 1:3-Niederlage einstecken. Nikica Srpak konnte zwar in Minute 12 den frühen 0:1-Rückstand noch einmal ausgleichen, zwei Freistoßtore von Hruby besiegelten schließlich aber die Kohfidischer Niederlage. Vom unbändigen Kampfgeist, der die Mannschaft in Neudörfl so ausgezeichnet hatte, war in diesem Spiel nicht viel zu sehen.
In dieser Tonart ging es leider noch zwei Spiele lang weiter. Zwar musste Kohfidisch auch im Heimspiel gegen Wallern keinen Gegentreffer einstecken und behielt damit diesbezüglich eine „reine Heimweste“. Ansonsten breitet man aber über dieses Match, das 0:0 endete, besser den Mantel des Schweigens. Ein einziges Mal in 90 Minuten erspielte sich die Heimmannschaft gegen wesentlich agilere Gäste eine gute Torchance – es wäre aber mehr als ungerecht gewesen, hätte dies zu einem Dreipunkter gereicht!
Und der Tiefpunkt dieser Frühjahrssaison wurde wieder einmal in Neuberg erreicht. Kohfidisch war zwar 45 Minuten lang die klar tonangebende Mannschaft mit den besseren Chancen, lag aber zur Pause bereits mit 1:2 hinten. Michael Thek hatte in der 31. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Als die Neuberger knapp nach dem Wechsel zum 3:1 einnetzten, zerfiel die Kohfidischer Mannschaft in ihre Bestandteile. Ohne nennenswerte Gegenwehr siegten die Gastgeber, ohne groß zu glänzen, schließlich mit 5:1. Damit lag Kohfidisch zwar nach wie vor an 9. Stelle – aber nur noch 3 Punkte vor Güssing und dem 14. Rang! Da ganz schwierige Gegner auf die Mannschaft warteten, hatten die Berufskritisierer und –schwarzseher wieder Hochkonjunktur!
Doch wie eh und je brauchte die Mannschaft scheinbar einen gewissen Thrill, um optimale Leistungen abrufen zu können. Nun folgten nämlich die besten Leistungen der Saison. Im Heimspiel gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Oberpullendorfer gelang zum 4. Mal in Serie ein zu Null, diesmal aber wieder mit heimischen Torerfolgen. Zweimal Nikica Srpak und einmal Michael Thek sorgten erst nach der Pause für einen sicheren 3:0-Heimsieg.
Dass die Formkurve jetzt deutlich nach oben zeigte, unterstrich Kohfidisch dann auch beim Auswärtsspiel in Purbach, einem der Titelkandidaten. Nach toller Leistung ging die Spendier-Truppe zwischenzeitlich durch ein Eigentor der Purbacher sogar in Führung, schließlich konnte ein leistungsgemäßes 1:1-Unentschieden erreicht werden.
Mit diesen Erfolgserlebnissen im Rücken gelang schließlich in Runde 26 etwas ganz Rares – sogar Angstgegner Stegersbach konnte endlich einmal besiegt werden! Zwar bedeutete das 0:1 in Minute 33, dass Kohfidisch erstmals im Frühjahr zu Hause einen Gegentreffer einstecken musste (nach 393 Minuten!), doch Philipp Schuch noch vor dem Seitenwechsel sowie Michael Thek und ein Eigentor von Pfahnl nach der Pause brachten Kohfidisch auf die Siegerstraße.
Und dann setzte Kohfidisch auswärts in Parndorf noch eins drauf. In einem wahren Fußballkrimi siegte man 4:3, Nikica Srpak aus einem Elfmeter, Philipp Schuch, Markus Wölfer und Michael Thek steuerten die nötigen Treffer bei. Damit war Kohfidisch endgültig gerettet und hatte sogar den Anschluss an das vordere Mittelfeld geschafft!
Dass die Luft jetzt sozusagen draußen war, erkannte man im Heimspiel gegen einen der beiden späteren Absteiger, Forchtenstein, ganz klar. Bereits nach vier Minuten führten die Gäste mit 2:0, zur Pause schließlich sogar 3:0! Die Heimmannschaft schien von allen guten Geistern verlassen. Doch nach dem Seitenwechsel besann man sich dann wieder jener Tugenden, die die Mannschaft in den Runden davor ausgezeichnet hatte. Binnen drei Minuten kam Kohfidisch durch ein Eigentor und einen von Nikica Sprak verwandelten Foulelfmeter auf 2:3 heran, gut zwanzig Minuten waren noch zu spielen. Der Ausgleich wollte aber trotz aller Bemühungen nicht mehr gelingen, die schöne Frühjahrsheimbilanz war in jeder Hinsicht dahin.
Denkwürdig verlief auch das Spiel der vorletzten Runde in Ritzing. Mit einem Heimsieg hätten die Mittelburgenländer den Meistertitel fixieren können, jedes andere Resultat hätte Schützenhilfe für die zweitplatzierten Oberwarter bedeutet. Irgendwie sickerte schon vor Matchbeginn durch, dass die Heimelf möglicherweise einen unberechtigten Spieler in ihren Reihen habe (je nach Zählweise der gelben Karten!) und das Match auf dem grünen Tisch sowieso verlieren werde, wenn sie auf den Einsatz des Spielers bestand. Und Ritzing ließ den umstrittenen Spieler tatsächlich von Beginn an auflaufen – was die Gäste aus Kohfidisch leider dazu verleitete, ein sensationelles Unspiel zu liefern, das man letztlich „nur“ 0:3 verlor. Hätte die Gästemannschaft sich auf das besonnen, was sie in den letzten Runden ausgezeichnet hatte, wäre wohl ein deutlich ansehnlicheres Match zustande gekommen. So schien die Meisterschaft zugunsten von Ritzing entschieden – und da der Kohfidischer Vorstand schließlich mehrheitlich auf einen Protest verzichtete, blieb es schließlich auch dabei.
In der letzten Runde stand noch das interessante Kräftemessen mit Güssing an. Die Gäste hatten zuvor das scheinbar Unmögliche geschafft und als abgeschlagener Tabellenletzter mit nur 7 Herbstpunkten mit einer tollen Serie im Frühjahr doch noch das rettende Ufer erreicht. Ja, mit einem Sieg wäre Kohfidisch sogar noch überholt worden. Doch ein Blitztor des Ex-Güssingers Nikica Srpak in Minute zwei und ein weiterer Treffer von Michael Thek zur neuerlichen Führung nach zwischenzeitlichem Ausgleich der Gäste bescherte Kohfidisch ein versöhnliches Saisonende. 41 Punkte bedeuteten schlussendlich den 8. Platz, 9 bzw. 10 Punkte vor den beiden Absteigern Forchtenstein und Neudörfl.
Zu Beginn der Saison 2010/11 blieb die Mannschaft des ASK Kohfidisch weitgehend unverändert. Franz Weber, ein Mariasdorfer, der zuletzt in den Diensten der Admira-Amateure stand, kam neu zum Kader dazu, ebenso die großen Nachwuchshoffnungen Dominik Szendi (zuletzt Unterschützen) sowie Klemens Grabler (Kirchfidisch). Die Vorbereitungsspiele verliefen viel versprechend, und auch wenn das Cup-Qualifikationsspiel in Stegersbach 0:1 verloren wurde, gab die Leistung in der 2. Halbzeit Anlass zur Hoffnung auf einen guten Start.
Doch beim Meisterschaftsauftakt in Parndorf gegen die dortige 1b-Mannschaft klappte fast gar nichts. Zwar ging Kohfidisch durch einen Treffer von Philipp Schuch in Führung, doch noch vor der Pause glichen die Heimischen aus und verschossen außerdem einen Elfmeter. Nach der Pause kam es dann aber knüppeldick für die Kohfidischer Kicker, die an diesem Nachmittag den Gastgebern in jeder Hinsicht unterlegen waren, und man wurde mit einer 1:4-Packung auf die Heimreise geschickt.
In Runde zwei stand erneut ein Auswärtsspiel an, und zwar in Stinatz, das zu den Titelgeheimfavoriten gezählt wurde. Doch durch Disziplinlosigkeiten schwächten sich die Heimischen derart, dass sie nach einem Ausschluss gleich zu Beginn fast das ganze Match in Unterzahl bestreiten mussten und durch einen weiteren Feldverweis in der Schlussphase das Spiel gar nur zu neunt beendeten. Damit hatte es Kohfidisch relativ leicht, zum Erfolg zu kommen, obwohl es bis knapp vor Seitenwechsel dauerte, ehe erneut Philipp Schuch den Kohfidischer Führungstreffer erzielen konnte. Nach der Pause ging es dafür dann aber Schlag auf Schlag, und durch zwei Tore von Michael Thek sowie je einen Treffer von Rene Nebl und Jürgen Löffler kam Kohfidisch zu einem 5:0-Kantersieg.
Im ersten Heimspiel eine Woche später traf Kohfidisch im großen Bezirksderby auf Oberwart. Die Gäste galten nach ihrem Vizemeistertitel überhaupt als der große Favorit auf die Meisterschaftskrone im neuen Bewerb und gingen auch völlig programmgemäß schon in der Anfangsphase in Führung. Doch Kohfidisch bot vor allem in der 2. Halbzeit eine spielerisch und kämpferisch hervorragende Leistung und drehte das Spiel noch einmal um, Neuerwerbung Franz Weber und Nikica Srpak erzielten nach der Pause die beiden Treffer zum 2:1-Heimsieg.
In der vierten Runde musste Kohfidisch nach Schattendorf. Beide Auswärtsbegegnungen gegen die Schattendorfer hatten bisher Niederlagen gebracht – doch diesmal sollte es deutlich besser laufen. Durch Tore von Sascha Krutzler und Rene Nebl, der gleich zweimal erfolgreich war, lag Kohfidisch zur Pause schon 3:0 in Führung. Zwar gelangen der Heimmannschaft nach dem Wechsel rasch zwei Tore, doch mit etwas Glück und dem nötigen Können brachten die Spieler des ASKÖ Kohfidisch den knappen Vorsprung über die Runden. Das Auswärts-3:2 bedeutete den dritten Sieg in Serie!
Auch im Heimspiel gegen Güssing sah es lange Zeit nach einem Erfolg der Heimmannschaft aus. Kohfidisch führte zur Pause durch Tore von Franz Weber und Rene Nebl gegen durchaus spielfreudige Gäste bereits 2:0, wirkte abgebrühter und cleverer – ruhte sich aber in der 2. Hälfte zu sehr auf den Lorbeeren aus und musste noch den nicht unverdienten Güssinger Ausgleich hinnehmen, der Endstand lautete 2:2. Damit lag Kohfidisch nach einem Drittel des Herbstdurchgangs mit 10 Punkten an guter 4. Stelle.
Das zweite Meisterschaftsdrittel begann dann mit einer Kopie der Begegnung in Parndorf – und zwar auswärts in Wallern. Wieder ging Kohfidisch mit 1:0 in Führung, Nikica Srpak verwandelte einen Foulelfmeter. Doch dann waren die Gastgeber am Zug, die schon zur Pause 2:1 führten und in Hälfte zwei noch zwei weitere Treffer erzielten – Endstand damit wie schon in der 1. Runde 4:1 für die Seewinkler. Kohfidisch hatte zwar in einigen Situationen nicht das nötige Spielglück gehabt, vor allem aber fehlte es am nötigen Einsatzwillen. Auswärts in Wallern hatte die Mannschaft schon im Vorjahr keine gute Figur gemacht und 0:1 verloren.
In der 7. Runde wäre eigentlich das Heimspiel gegen Purbach geplant gewesen, doch dieses musste witterungsbedingt – angesichts eines mehr als feuchten Herbstes – entfallen und auf den Nationalfeiertag verschoben werden. So stand mit der Auswärtspartie in Winden abermals ein Match im hohen Norden auf dem Programm, und erneut ging Kohfidisch als Verlierer vom Platz. Zwar hatten die Gäste mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen, das einzige Tor, bezeichnenderweise aus einem Konter, machte aber die Heimmannschaft noch vor der Pause.
Das erst dritte Heimspiel brachte dann eine Woche später wieder ein Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft aus dem Süden, nämlich Eberau. Vor dem Seitenwechsel beherrschten die Kohfidischer den Aufsteiger ganz klar und führten auch völlig verdient zur Pause durch Tore von Franz Weber und Rene Nebl mit 2:0. Da aber mit weiteren Topchancen sehr sorglos umgegangen wurde, kam Eberau in der Schlussphase noch zum Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es allerdings nicht, es wäre auch nicht verdient gewesen.
Abermals eine Woche später war auswärts in Neuberg erneut Derbytime. Doch selten verlief eine Begegnung zwischen den beiden Landesliganachbarn derart stimmungs- und ereignislos. Durch einen kapitalen Schnitzer in der Abwehr ermöglichte Kohfidisch der Heimmannschaft fünf Minuten vor der Pause den einzigen Treffer in einer mehr als enttäuschenden Partie. Sehenswerte Spielzüge oder gar rassige Strafraumszenen blieben in 90 mehr als Mangelware. Irgendwie vermisste man bei so manchem Kohfidisch-Spieler auch den nötigen Siegeswillen und die erhoffte Einsatzbereitschaft.
Am zehnten Spieltag stand das Heimspiel gegen den Meisterschaftsfavoriten Nummer eins, Stegersbach, auf dem Programm. Gegen wirklich starke Gäste agierte Kohfidisch in den ersten 45 Minuten sehr diszipliniert und deutlich einsatzfreudiger als in Neuberg. Die 1:0-Pausenführung durch einen Kopfballtreffer von Michael Thek war dementsprechend nicht unverdient. Doch nach dem Wechsel sorgte Oswald mit einem Doppelpack noch für den Umschwung. Kohfidisch haderte ein wenig mit dem Schiedsrichter, der just den Doppeltorschützen Oswald wohl schon vor der Pause wegen einer Insultierung unter die Dusche hätte schicken müssen. Wie auch immer, die 1:2-Heimniederlage bedeutete die vierte Pleite im fünften Spiel des mittleren Meisterschaftsdrittels, was einen Absturz ins hintere Mittelfeld der Tabelle zur Folge hatte.
Beim Auswärtsspiel in Marz sah Kohfidisch zur Pause nach gutem Spiel und zwei Treffern durch Marcel Wölfer (der nach seiner Kreuzbandverletzung erstmals wieder in der Startformation gestanden war) und Michael Thek wieder einmal wie der sichere Sieger aus. Doch wie schon so oft in diesem Herbst wurde nach der Pause ein Vorsprung noch vermurkst, in der Schlussminute glichen die Marzer aus.
Danach folgte am Nationalfeiertag das Nachtragsspiel gegen Purbach. Die heimischen Kohfidischer taten sich von Anfang an schwer gegen den Tabellennachzügler, hatten aber vor der Pause zumindest das Heft noch fest in der Hand. Nach dem Wechsel lief aber bei Kohfidisch kaum noch etwas zusammen, die keinesfalls starken Purbacher wurden hingegen immer gefährlicher. Just in der Phase, als man schon mit einem Punkt zufrieden gewesen wäre, erzielten Thomas Polzer und Franz Weber zwei Treffer und sicherten auf diese Art einen eher glücklichen 2:0-Sieg.
Nur vier Tage später fand ein weiteres Heimspiel gegen Oberpullendorf statt. Da Rene Nebl und Nikica Srpak verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen und auch sonst einige Ausfälle zu beklagen waren, startete Kohfidisch mit einer deutlich verjüngten Mannschaft ins Match. Dennoch – oder gerade deshalb – beherrschte man den Gegner 45 Minuten lang klar und führte völlig verdient mit 1:0 durch einen Treffer von Kapitän Markus Wölfer. Wie aus heiterem Himmel fiel aber Sekunden vor dem Pausenpfiff der Ausgleich. Das gab den Gästen sichtlich Auftrieb, nach dem Wechsel wurden sie immer stärker (oder Kohfidisch wieder einmal schwächer!?) und auch die neuerliche Führung durch Franz Weber glichen die Oberpullendorfer aus. Jeder Ausgang schien nun möglich, die Gäste wirkten jetzt sogar gefährlicher. Das entscheidende Tor machte aber Kohfidisch – Jürgen Löffler traf knapp vor dem Ende zum umjubelten 3:2-Endstand.
In der vorletzten Herbstrunde musste Kohfidisch nach Klingenbach. Der Gegner hatte bisher eine sensationelle Hinrunde gespielt und noch Chancen auf den Herbstmeistertitel. Doch Kohfidisch versteckte sich nicht und hielt über 90 Minuten gut dagegen. Nach der 1:0-Führung durch Nikica Srpak noch vor dem Seitenwechsel schien sogar eine Sensation möglich, letztlich glichen die Gastgeber aber doch aus. Mit diesem Auswärts-1:1 ließ es sich aber mehr als gut leben.
Ein weiteres ASKÖ-Derby stand dann in der letzten Runde auf dem Programm, Kohfidisch empfing Horitschon. Die äußerst aggressiv und lauffreudig agierenden Gäste lagen nach 27 Minuten bereits mit 2:0 voran. Rene Nebl noch vor der Pause und Michael Thek nach dem Wechsel sorgten in einer sehenswerten und vor allem sehr flotten und heiß umkämpften Landesligapartie aber noch für den Ausgleich, knapp vor Schluss traf Michael Thek, wieder einmal einer der auffälligsten Akteure im Kohfidischer Dress, sogar noch die Stange, der Sieg wäre also möglich gewesen. Das Unentschieden entsprach aber durchaus den gezeigten Leistungen. Und Kohfidisch hatte sich damit nach 15 Runden mit 22 Punkten auf Rang 5 behauptet. Gratulation an die Spieler, das Betreuerteam und die Funktionärsriege!